Liebe Mitglieder,

liebe Eltern,

die Kollegen und Kolleginnen des Hortes und der Vorstand der Elterninitiative mussten sich in den letzten Wochen sehr schwierigen Aufgaben stellen und arbeiten derzeit immer noch an dauerhaft funktionsfähigen und pädagogisch praktikablen Lösungen. Wie Sie miterleben mussten, gab es in der Vergangenheit unerwartete und gegenüber der Hortleitung und der Elterninitiative NICHT RECHTZEITIG angekündigte erhebliche Einschränkungen für die Kinder und Betreuer im Hortalltag.

Ausgangspunkt dieser Einschränkungen waren u.a. folgende neue Festlegungen:

  1. Vonseiten der Schule wurde bekanntgegeben, dass die Neuanmeldungen für die regulären Klassen gestiegen sind, sodass die ersten Klassen vierzügig geplant werden müssen. 

  2. Die sächsische Bildungsagentur hat der Schule den Auftrag gegeben, zwei DaZ Klassen zu betreiben, um asylsuchenden Kindern die Möglichkeit zu geben, die notwendigen Sprachkenntnisse zu erwerben.

  3. Sind die Sprachkenntnisse so gut, dass eine reguläre Beschulung möglich erscheint, werden die Kinder aus den DaZ Klassen in die jeweilige Klassenstufe eingebunden, wodurch die zweite und die dritte Klassenstufe ebenfalls vierzügig werden müssen.

Die Elterninitiative versuchte zusammen mit der Schulleitung und der Stadtverwaltung Pirna, welche als Betreiberin des Schulgebäudes die jeweiligen Nutzungen regelt und vereinbart, diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Aufgrund der faktisch begrenzten Raumkapazitäten im Schulgebäude sollte letztlich eine Doppelnutzung von Räumen von allen Seiten akzeptiert und möglich gemacht werden.

Die Bewältigung der angesprochenen Aufgaben kann dabei aber nur durch ein konstruktives und kooperatives MITEINANDER im Wege der gemeinsamen Kompromissfindung möglich sein. 

ZUSAMMEN erarbeitete Lösungen müssen FÜR UNSERE KINDER und die Betreuer auch zumutbar sein. Dies hat die Elterninitiative mit Nachdruck gegenüber der Stadtverwaltung und der Schulleitung von Anfang an auch deutlich gemacht.

NICHT AKZEPTIERT werden kann von unserer Seite danach, dass auf die konstruktiven Vorschläge der Elterninitiative zu keiner Zeit auch nur ansatzweise adäquat eingegangen wird. Der Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung mit den Vorschlägen war leider bisher von den Beteiligten zu keinem Zeitpunkt zu erkennen! Gemeinsam sollte eine zukunftsfähige Lösung gesucht werden, bei der die pädagogische Qualität des Hortes ZUM WOHLE UNSERER KINDER weiterhin gewährleistet werden kann!

Basis der Vorschläge der Elterninitiative waren dabei folgende Gesichtspunkte:

  1. Für die Doppelnutzung sollte vorerst eine Befristung für das Schuljahr 2016/2017 vereinbart werden, um eine sinnvolle Ausgestaltung der Doppelnutzung über diesen Zeitraum zu erproben und der Stadt die Möglichkeit zu geben, alternative Lösungsmöglichkeiten für die prekäre Raumsituation zu finden. 

  2. Die Elterninitiative strebt in jedem Falle eine Doppelnutzung mit Klassen an, die nach Schulschluss auch tatsächlich den Hort besuchen. Die Doppelnutzung sollte durch 3. und/oder 4. Klassen praktiziert werden, da die Kinder mit diesem Entwicklungsstand den Herausforderungen der Doppelnutzung besser gewachsen sind.

  3. Da die doppelgenutzten Räume zwangsläufig aufgrund der für die Schulnutzung veränderten Einrichtung einer Einschränkung für den Hortgebrauch unterliegen, sollen in den direkt benachbarten Räumen Horträume in Vollnutzung als Ausweichmöglichkeit für die Kinder gewährleistet werden. Der Hort hat hierbei konkrete Raumvorschläge gegenüber der Stadtverwaltung und der Schule vorgelegt.

  4. Die tatsächliche Ausgestaltung und Einrichtung der doppelgenutzten Räume muss die Interessen des Hortes und der Schule gleichermaßen und gleichberechtigt berücksichtigen. Die Elterninitiative fordert dabei, dass die Anforderungen an die Hortpädagogik erfüllt werden können.

  5. Für die Doppelnutzung von Horträumen müssen konkrete Vereinbarungen für ein sachgerechtes und gleichberechtigtes Miteinander von Erzieherinnen und Lehrerinnen gefunden werden.

Vor diesem Hintergrund fand, nach mehrmaligen ergebnislosen Versuchen der Elterninitiative mit der Schulleitung ein Kompromiss zur Doppelnutzung zu erzielen, am Dienstag, den 07.06.2016, in der Stadtverwaltung eine Beratung mit

Herrn Köhler, Fachgruppenleiter Schule und Soziales Stadt Pirna

Herrn Eichler, Schulleiter Diesterweg-Grundschule Pirna-Copitz

Herrn Brandtstätter, Sächsische Bildungsagentur

Frau Nickl, Fachberaterin Kindertageseinrichtungen beim Jugendamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Frau Panier, Hortleiterin Hort „Die Schlaufüchse“ Pirna-Copitz und

Herrn Lehnert, 1. Vorstandsvorsitzender Elterninitiative Hort „Die Schlaufüchse“ e. V.

statt.

Das „Ergebnis“ dieser „Beratung“ ist enttäuschend. Die Stadtverwaltung Pirna hat dabei, ohne die Elterninitiative auch nur ansatzweise im Vorfeld zu beteiligen, im „Hinterzimmer“ mit anderen Beteiligten Festlegungen getroffen, welche KEINE der o.g. Gesichtspunkte berücksichtigt! Vor dem Hintergrund der langjährigen Kooperation zwischen der Elterninitiative und der Stadtverwaltung kann man dies nur als respektlos gegenüber der Elterninitiative bezeichnen. Wenn man die Leistungen der Elterninitiative über die vielen Jahre respektieren würde, hätte man sich mit den o.g. Gesichtspunkten sachlich, objektiv und unvoreingenommen zusammen mit der Elterninitiative auseinandersetzen müssen und nicht nur die „Wünsche“ der Schule berücksichtigen dürfen.

Das jetzige Verhalten kommt einem Diktat gleich. So geht man nicht mit Vertragspartnern um!

Da die Elterninitiative auf der Berücksichtigung der o.g. Gesichtspunkte bestand, wurde man als „starrsinnig“, als „Blockierer“ und als ewigen „Diskutierer“ abgestempelt! In diesem Zusammenhang wurde von Seiten der Stadtverwaltung auch die Möglichkeit der Eigenbedarfskündigung erwähnt ...!

Diese fehlende Kooperationsbereitschaft kann für die Elterninitiative nur folgende Konsequenzen haben:

  1. Die Elterninitiative lehnt eine Doppelnutzung ohne Berücksichtigung der o.g. Gesichtspunkte und damit eine Vertragsänderung ab und besteht auf der Einhaltung des geschlossenen Vertrages.

  2. Wenn die Stadtverwaltung eine Teil- bzw. Änderungskündigung bezüglich der von der Schule geforderten Räume gegenüber der Elterninitiative ausspricht und diese rechtswirksam werden sollte, muss die Elterninitiative im entsprechenden Umfang die Hortbetreuungskapazität verringern.

  3. Wenn die Stadtverwaltung eine vollständige Eigenbedarfskündigung vornimmt und diese rechtswirksam werden sollte, muss die Elterninitiative ihren Verein auflösen und die Hortbetreuung endgültig beenden.

Liebe Eltern, die Entwicklungen haben gezeigt, dass es nunmehr umso notwendiger ist, aktiv auf allen Ebenen an der Durchsetzung der Interessen der Elterninitiative mitzuwirken. Im Rahmen der kommenden außerordentlichen Mitgliederversammlung zählen wir auf Sie!

 

Ihr Vorstand der Elterninitiative